Werbetextakademie

Häufiger Textschädling: Selbstwertproblematik

Es gibt einen weiteren Textschädling, der sich gerne unbemerkt in Webseitentexte einnistet: Aussagen, die den Leser dazu benutzen, den eigenen Selbstwert aufzupolieren.

Glaubst Du nicht? Wenn Du darauf achtest, begegnen Dir täglich Webseiten, auf denen zu lesen ist, wie
  • weitsichtig die Geschäftsphilosophie ist,
  • wie modern die Ausstattung ist,
  • wie fair die Mitarbeiter behandelt werden, oder
  • wie erfolgreich das Unternehmen ist.
Doch will das der Kunde wirklich wissen? Befriedigt eine solche Aussage das Bedürfnis des Kunden? Oder befriedigt sie nur das Geltungsbedürfnis der Geschäftsleitung?

Aussagen, das Unternehmen
  • sei Spitzenreiter in Deutschland,
  • strebe die Marktführerschaft an,
  • expandiere stetig,
  • stehe für Qualität

sind vielleicht gut gemeint und sollen dem Interessenten zeigen, dass hier ein Profi am Werk ist. Doch dummerweise fühlt sich der Leser durch solche Aussagen benutzt. Der Leser möchte nicht hören, wie toll das Unternehmen ist. Der Leser möchte allenfalls hören, wie toll er selbst ist. Zumindest entsteht beim Leser ein Unwohlsein auf unbewusster Ebene. Das ist verzwickt, denn ein Probeleser würde solche Aussagen gar nicht als kritisch erkennen. Im Kunden aber erwächst der Wunsch, das Lesen abzubrechen.

Selbstverständlich sollen Werbetexte das beworbene Unternehmen gut dastehen lassen. Aber wie gesagt, sympathische Texte lassen in erster Linie den Leser gut dastehen. Wenn ein Text dazu benutzt wird, sich über den Leser zu erheben, fühlt er sich nicht auf Augenhöhe verstanden und wird nichts kaufen.

Unser traditionsreiches Unternehmen steht in dritter Generation für höchstqualitative und komfortabelste Toilettenschüsseln.
Bereits ein einfacher Satz wie „Willkommen auf meiner Homepage“ könnte vom Leser missverstanden werden und dazu führen, dass er sich unwohl fühlt. Das Unterbewusstsein des Lesers erhält den Eindruck, er sei ein störender Eindringling und der Verfasser wolle gleich zu Beginn klarmachen, dass es sich hier um seine Seite handele.

Unsympathisch sind Texte auch dann, wenn die Konkurrenz ins schlechte Licht gestellt wird. Einen Vergleich zu anderen Unternehmen muss nicht der Text ziehen, sondern der Leser selbst. Das einzige, das mit einem herabsetzenden Vergleich erreicht wird, ist einen unglaubwürdigen und unsympathischen Eindruck zu hinterlassen.

Auch hier gilt also: Unternehmen, die ihre Webseitentexte dazu missbrauchen, den eigenen Selbstwert auszubessern, verpassen die Chance Webseitentexte zu haben, die erfolgreich Kunden an Land ziehen.

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